Liebe Schwestern und Brüder im Herrn!

Liebe Einwohnerinnen und Einwohner im Pfarrverband!

Bischofsvikar Stefan Turnovszky

Das Frühjahr ist die Zeit, in der die Termine für den Herbst finalisiert und auch die pastoralen Planungen für das neue Kirchenjahr zum Abschluss kommen. Heuer sieht alles ganz anders aus. Durch die momentanen Regelungen im öffentlichen sowie im kirchlichen Bereich werden uns ganz deutlich die Grenzen menschlichen Planens und Denkens vor Augen geführt. Was vor Monaten noch selbstverständlich war, wirft nun etliche Fragen auf. Wie wird die Situation im Sommer und dann im Herbst sein?

Ab wann kann man wieder Gottesdienste ohne Auflagen feiern? Wann können Erstkommunionen und Firmungen nachgefeiert werden? Dies sind alles berechtigte Fragen, auf die wir nur mögliche Termine anbieten können. Sicherheit, dass diese Termine halten, haben wir nicht. Daher sind wir gefordert, die Situation anzunehmen und das Beste daraus zu machen.

Da es nur ungefähr absehbar ist, wie es konkret im Sommer und Herbst im kirchlichen Bereich weitergeht, sind die Termine, die sich in diesem Pfarrblatt befinden, unter der Annahme gemacht, dass sich die Lage weiter entspannt und ab spätestens September alles seinen regulären Gang nehmen wird. „Alle Termine ohne Gewähr!„, muss man da wohl sagen.

Vielfach spielt sich das Leben in geregelten Bahnen ab und man erkennt manchmal nur sehr unscharf, was einem dabei geschenkt ist. So wie die ganze Situation zur Entschleunigung beigetragen hat, so soll sie auch dazu führen, dass in uns die Dankbarkeit für so manches „Selbstverständliche„ wächst.

Ich selber habe in dieser Zeit neu gelernt, kleine Dinge zu schätzen, persönliche Begegnungen hochzuhalten und die wichtigen Kontakte im Leben zu pflegen. Das Wesentliche im Leben begleitet einem oft unbemerkt. Je mehr man diese Dinge im Leben entdeckt, umso glücklicher kann man so manche Herausforderung im Leben bestehen. Dazu vertrauen wir Christen auf den Hl. Geist, dessen Fest wir zu Pfingsten gefeiert haben. „Denn Gott hat uns nicht einen Geist der Verzagtheit gegeben, sondern den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit„ (2 Tim 1,7) sagt Paulus auch uns in dieser unsicheren Zeit.

Möge dieser Geist in und durch uns wirken, damit wir der Welt ein christliches Lebenszeugnis geben und so das Festgeheimnis von Pfingsten konkret erfahrbar wird.

Ihr Pfarrmoderator Wolfgang Brandner